Demokratieprojekt: Blaues Haus Hochfeld

Das Demokratieprojekt der freddy fischer stiftung im Blauen Haus richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren aus dem Stadtteil Duisburg-Hochfeld, einem Gebiet mit großen sozialen Herausforderungen und sehr geringer politischer Beteiligung. Bei der Kommunalwahl 2020 lag die Wahlbeteiligung im Umfeld des Jugendhauses beispielsweise nur bei 5,6 %. Das Projekt möchte deshalb jungen Menschen früh zeigen, wie Demokratie funktioniert und dass ihre Stimme zählt.

Ziel des Projekts

Kinder und Jugendliche sollen Demokratie nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern praktisch erleben. Dabei stehen fünf zentrale Ziele im Mittelpunkt:

  • Verständnis für demokratische Prozesse (Wahlen, Abstimmungen, Mitbestimmung)
  • Stärkung sozialer Kompetenzen wie Teamarbeit und Kommunikation
  • Förderung von Verantwortung und Selbstbewusstsein
  • Schaffung eines sicheren Raums für Mitgestaltung
  • Förderung von Integration in einer multikulturellen Gruppe

Wie das Projekt funktioniert

Das Projekt arbeitet mit echten demokratischen Abläufen:

  • Jeden Monat wird ein Moderatorenteam (ein Mädchen und ein Junge) demokratisch gewählt.
  • Die Moderatoren sammeln Ideen der Gruppe und organisieren Aktivitäten oder Anschaffungen.
  • Entscheidungen werden gemeinsam diskutiert und per Abstimmung getroffen.
  • Am Ende jeder Phase gibt es Feedback-Runden, in denen reflektiert wird, was gut funktioniert hat und was verbessert werden kann.

Aktivitäten und Erlebnisse

Neben Diskussionen und Planung gehören auch gemeinsame Aktivitäten dazu, z. B.:

  • Ausflüge (z. B. Eislaufen, LaserTag, Movie Park)
  • Team-Erlebnisse wie Escape Rooms oder Quest-Spiele
  • Besuche politischer Orte wie den Landtag in Düsseldorf
  • selbst organisierte Aktionen wie Partys oder Schnitzeljagden

Diese Aktivitäten verbinden Demokratie lernen mit Gemeinschaft, Spaß und Verantwortung.

Ergebnisse und Wirkung

Im Jahr nahmen etwa 40 verschiedene Kinder und Jugendliche teil. Das Projekt zeigte deutliche pädagogische Effekte:

  • mehr Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl
  • bessere Teamarbeit und Kommunikation
  • mehr Verständnis für demokratische Entscheidungen
  • stärkere Integration in der multikulturellen Gruppe
  • Viele Kinder erleben zum ersten Mal, dass ihre Meinung gehört wird und sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten können.

Herausforderungen

Einige praktische Schwierigkeiten bestehen, z. B.:

  • manchmal geringe Beteiligung bei Wahlen
  • begrenzte Plätze bei Ausflügen
  • stärkere Einbindung älterer Jugendlicher nötig.

Zukunft des Projekts

Für die kommenden Jahre sind u. a. geplant:

  • Begegnungen mit lokalen Politikerinnen und Politikern
  • Besuche von Rathaus oder Gerichten
  • Workshops zur politischen Bildung
  • ältere Jugendliche als Mentoren für jüngere Teilnehmer

Bedeutung des Projekts

Das Projekt gibt jungen Menschen – besonders aus schwierigen Lebenslagen – eine Stimme und echte Verantwortung. Sie lernen Werte wie Respekt, Toleranz, Mitbestimmung und Zusammenhalt praktisch kennen und entwickeln sich zu aktiven Mitgliedern der Gesellschaft.
Die Förderung der freddy fischer stiftung ermöglicht es, dieses Projekt langfristig weiterzuführen und demokratische Bildung nachhaltig im Jugendhaus zu verankern.

Wir danken dem Team vor Ort besonders Nikita und Finn für die tolle Projektbetreuung.

Rückblick 2024

Im Jahr 2024 bot das Demokratieprojekt im Blauen Haus Hochfeld viele spannende Aktivitäten für Kinder und Jugendliche.

Besonders beliebt waren die monatlichen Moderatorenwahlen, bei denen die Teilnehmenden Verantwortung übernehmen und demokratische Prozesse erleben konnten.

Zu den Highlights zählten zwei Ausflüge: Im Mai ging es in den Escape Room, wo Teamarbeit und Problemlösung gefragt waren, und im September tauchten die Kinder in die Welt der Virtual Reality ein.
Eine besondere Überraschung war die Anschaffung einer PlayStation 5, die vor allem denjenigen zugute kam, die nicht an den Ausflügen teilnehmen konnten.

Insgesamt beteiligten sich etwa 40 Kinder und Jugendliche im Laufe des Jahres aktiv am Projekt.

Die Rückmeldungen waren sehr positiv – viele wünschten sich weitere spannende Exkursionen und kreative Mitbestimmungsmöglichkeiten.

Wirkung und Lernerfahrungen
Das Demokratieprojekt im Blauen Haus hat den Kindern und Jugendlichen nicht nur demokratische Werte vermittelt, sondern auch wichtige soziale und persönliche Fähigkeiten gestärkt. Sie lernten Teamarbeit, Verantwortung, Problemlösung und Kommunikation durch gemeinsame Aktivitäten wie Moderatoren-Wahlen, Ausflüge und Gruppenentscheidungen. Besonders positiv wirkte sich das Projekt auf die soziale Integration und Gruppendynamik aus, da es Vorurteile abbauen und den Zusammenhalt stärken konnte.
Trotz kleiner Herausforderungen, wie begrenzte Plätze bei Ausflügen, lief das Projekt erfolgreich.

Für die Zukunft sind mehr Kooperationen mit anderen Einrichtungen, Besuche von Politikern und eine bessere Einbindung älterer Jugendlicher geplant. Langfristig soll das Projekt weiter ausgebaut werden, indem ehemalige Moderatoren als Mentoren fungieren und politische Bildung verstärkt wird. Es bleibt ein wichtiger Bestandteil des Jugendhauses, da es den Teilnehmenden Mitbestimmung ermöglicht und sie ermutigt, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen.

Arnd Brechmann

Geboren 1964 in Essen, nach Abitur berufliche und akademische Ausbildung, Bereichsdirektor der Sparkasse Essen, zertifizierter Stiftungsberater, Ehemann und glücklicher Vater von drei Kindern, bekennender und praktizierender katholischer Christ.

"Damit das Leben junger Menschen gelingt ist das Credo des Jugendapostels der katholischen Kirche, des heiligen Don Giovanni Bosco. Die Eheleute Freddy Fischer setzen ein markantes Zeichen in den Zeiten des Egoismus und der Gleichgültigkeit. Ich bin dafür sehr dankbar im Namen vieler Kinder und Jugendlicher, die hier mitten im Ruhrgebiet nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Daher bin ich gerne Zeit- und Ideenstifter für die Ziele und Ambitionen der freddy fischer stiftung, damit das Leben auch vieler der benachteiligten Kinder gelingen möge."

Frank Buchheister

Geboren 1961, nach kaufmännischer Berufsausbildung, Abitur und betriebswirtschaftlichem Grundstudium der frühe Weg in die Selbständigkeit.

"Seit meiner Geburt lebe ich in Essen. Hier habe ich auch die Familie Fischer kennengelernt. Die Idee der Stiftung gefiel mir von Beginn an und ich möchte die Möglichkeiten, Kontakte und Synergien aus meinen Berufs- und Privatleben nutzen, um über die Stiftung bedürftigen Menschen zu helfen."

Freddy Fischer

2008 gründete ich die Freddy Fischer Stiftung , um echte Veränderung möglich zu machen: Die freddy fischer stiftung unterstützt Kinder, Jugendliche, Familien und Senior*innen – ehrlich, nahbar und mit viel Herzblut.

Unsere Mission:

  • Bildung ermöglichen
  • Gesundheit und Sport fördern
  • Altern in Würde ermöglichen
  • Demokratie Verständnis stärken
  • Klima schützen
  • Unternehmertum und Solidarität fürs Gemeinwohl entwickeln

Was wir tun:

Wir bringen neue Energie in bestehende soziale Projekte und begleiten junge Visionär*innen, die ihre Ideen nicht nur für sich selbst, sondern für uns alle verwirklichen wollen.

Denn: Nachhaltigkeit, Gemeinsinn, Solidarität und Unternehmertum gehören zusammen.

Und Zukunft entsteht nicht von selbst – wir müssen sie zusammen bauen. 

Früher war Kohle unser Reichtum im Ruhrgebiet. Heute sind es Menschen, Ideen und Zusammenhalt.

Unser Antrieb: WIR LEBEN MITGEFÜHL 

Unsere Einladung an alle:

„Lasst uns mutig, menschlich und miteinander die Welt gestalten – für heute, morgen und die Generationen danach.“ 

Freddy Fischer
Impact-Stifter