BRIEF AN DIE NÄCHSTE GENERATION
Ein Impuls von Freddy Fischer
Gedanken über Unternehmertum, Menschlichkeit und Mut
Der rote Faden meines Lebens
Es gibt einen Gedanken, der mich seit einiger Zeit nicht mehr loslässt. Viele Jahre habe ich einfach das getan, was sich für mich richtig angefühlt hat. Ich habe Menschen begleitet, Ideen unterstützt, Chancen eröffnet und versucht, dort Mut zu machen, wo andere gezweifelt haben. Damals hätte ich das nie eine Haltung genannt. Es war einfach meine Art zu leben. Erst heute erkenne ich den roten Faden, der all diese Begegnungen miteinander verbindet.
Heute weiß ich: Ich habe nie nur Projekte aufgebaut. Ich durfte Menschen begleiten. Und genau diese Menschen haben mich wiederum geprägt. Sie haben mich gelehrt, zuzuhören, zu vertrauen und daran zu glauben, dass in jedem Menschen etwas Wertvolles steckt. Vielleicht beginnt Zukunft genau dort, wenn ein Mensch den Mut findet, an einen anderen Menschen zu glauben. Wenn ich auf meinen Lebensweg zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden. Er hatte nie etwas mit einer bestimmten Branche zu tun. Nie mit einer bestimmten Organisation. Und auch nie nur mit der Freddy Fischer Stiftung.
Es hatte immer mit Menschen zu tun. Mit jungen Menschen, die eine Idee hatten. Mit Menschen, die Verantwortung übernehmen wollten. Mit Menschen, die nicht nur gefragt haben: „Was kann ich aus meinem Leben machen?“ Sondern auch: „Was kann mein Leben für andere bewirken?“
Menschlichkeit im Zeitalter der Technologie
Genau diese Menschen haben mich mein ganzes Leben inspiriert. Deshalb erfüllt mich diese Arbeit heute mehr denn je. Denn ich glaube, wir leben in einer Zeit großer Veränderungen. Künstliche Intelligenz wird unsere Welt verändern. Neue Technologien werden unseren Alltag, unsere Unternehmen und unser Zusammenleben prägen.
Doch eine Frage kann uns keine Maschine beantworten: Wie wollen wir miteinander leben?
Ich glaube, dass genau darin die wichtigste Aufgabe unserer Generation liegt. Nicht nur intelligentere Technologien zu entwickeln. Sondern menschlicher zu werden. Mehr Verantwortung zu übernehmen. Mehr Mitgefühl zu zeigen. Mehr zuzuhören. Mehr miteinander zu arbeiten. Mehr Vertrauen zu schenken.
Eine gemeinsam gelebte Philosophie
Heute verstehe ich etwas, das mir viele Jahre gar nicht bewusst war. Ich habe diese Philosophie nie geschrieben. Ich durfte sie gemeinsam mit wunderbaren Menschen leben. Jeder Mensch, den ich begleiten durfte, hat sie ein Stück mitgeschrieben.
Vanessa, indem sie zeigt, wie aus einer Idee eine Bewegung für eine ganze Stadt werden kann. Christian, indem er seinen Traum vom Unternehmertum Schritt für Schritt Wirklichkeit werden lässt. Jan und Lara, indem sie Künstliche Intelligenz mit Menschlichkeit verbinden. Miray, die mir gezeigt hat, dass Vertrauen nicht das Ende einer Geschichte ist, Vertrauen pflanzt sich fort. Ela, indem sie zeigt, dass Lebenswege niemals festgeschrieben sind. Max, indem er Wirtschaft und gesellschaftliche Verantwortung zusammenführt. Alex, indem er seine Leidenschaft an die nächste Generation weitergibt. Die Kinder unserer Demokratieprojekte, indem sie uns zeigen, dass Verantwortung früh wachsen kann, wenn wir Vertrauen schenken. Die Seniorinnen und Senioren, indem sie mich gelehrt haben, wie viel Kraft in einem ehrlichen Lächeln steckt. Die Kinder in unseren Bildungsprojekten, die mir jeden Tag zeigen, dass Bildung, Sport und Vertrauen in das eigene Handeln Lebenswege positiv verändern können. Und viele weitere Menschen, denen ich auf meinem Lebensweg begegnen durfte.
Deshalb gehört diese Philosophie nicht mir. Sie gehört allen, die daran glauben, dass Mitgefühl, Eigenverantwortung, Unternehmertum und Zusammenarbeit gemeinsam Zukunft gestalten können.
Vanessa: Gesundes Moers
Ich durfte erleben, wie Vanessa mit Gesundes Moers zeigt, dass aus einer einzigen Idee eine Bewegung für eine ganze Stadt entstehen kann, eine Bewegung, die Gesundheit, Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet.
Christian: 3D Workzone
Ich durfte Christian dabei begleiten, wie er neben seinem Beruf bei der Deutschen Bahn Schritt für Schritt seinen Traum als Unternehmer mit 3D Workzone verwirklicht. Er zeigt, dass Unternehmertum oft mit einer Vision beginnt, lange bevor daraus ein Unternehmen entsteht.
Jan und Lara: goAva
Miray
Ich durfte Miray auf ihrem Lebensweg begleiten und erleben, wie aus einem jungen Menschen, der nur eine Chance brauchte, eine starke Persönlichkeit wurde, die heute selbst andere Menschen ermutigt. Für mich ist das eines der schönsten Beispiele dafür, dass Vertrauen weiterwächst. Wer erlebt, dass jemand an ihn glaubt, beginnt irgendwann selbst, an andere zu glauben. Genau so entsteht Zukunft.
Ela
Ich durfte Ela auf ihrem Lebensweg begleiten und erleben, dass Herkunft niemals darüber entscheidet, wohin ein Mensch gehen kann. Mut, Vertrauen und eigene Entscheidungen können Lebenswege verändern.
Max: CuspCapital
Alex: DJ Nitrax
Young Professional Netzwerk Berlin / DAV Zukunftsgruppe Köln
Geschichten, die Mut machen und Zukunft gestalten
Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, sehe ich viele Menschen, die genau das bereits leben. Ich werde die ersten Monate der Corona-Pandemie nie vergessen. Als viele junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus Moers nicht wussten, wie es weitergehen sollte und staatliche Hilfen noch nicht feststanden, haben wir nicht gewartet. Wir haben gemeinsam mit der Stadt Moers und der Sparkasse Moers zugehört und direkt gehandelt und die Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützt. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, was Verantwortung wirklich bedeutet.
Wenn ich unsere Demokratieprojekte besuche, sehe ich Kinder und Jugendliche, die Verantwortung übernehmen wollen, wenn wir Erwachsenen ihnen Vertrauen schenken. Ich sehe Seniorinnen und Senioren, die durch ein kleines Lächeln wieder Lebensfreude spüren. Ich sehe junge Menschen, die anderen helfen, obwohl sie selbst noch am Anfang ihres Weges stehen.
All diese Geschichten haben eines gemeinsam. Sie warten nicht auf Zukunft. Sie gestalten sie.
Woran ich glaube: Ein Kompass für das Handeln
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis meines Lebens. Die Zukunft wird nicht von wenigen außergewöhnlichen Menschen gebaut. Sie entsteht überall dort, wo Menschen ihre Talente miteinander verbinden.
Wo jemand den Mut hat anzufangen. Wo jemand zuhört.
Wo jemand eine Tür öffnet. Wo jemand sagt: „Ich glaube an dich.“
Ich glaube an Unternehmertum. Aber an ein Unternehmertum mit Haltung. Ein Unternehmertum, das wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet. Ich glaube an Technologie. Aber an Technologie, die dem Menschen dient. Ich glaube an Eigenverantwortung. Aber auch daran, dass niemand seinen Weg allein gehen muss. Ich glaube an Kooperation. Denn die großen Herausforderungen unserer Zeit werden nicht von Einzelkämpfern gelöst. Sondern von Menschen, die bereit sind, ihr Wissen, ihre Ideen und ihre Herzen miteinander zu verbinden.
Eine Einladung an die nächste Generation
Deshalb wünsche ich euch nicht nur beruflichen Erfolg. Ich wünsche euch den Mut, euren eigenen Weg zu gehen. Einen Weg, auf dem ihr eure Talente entdeckt. Einen Weg, auf dem ihr Verantwortung übernehmt.
Einen Weg, auf dem ihr nicht nur fragt: „Was kann ich erreichen?“ Sondern auch: „Was kann ich bewirken?“
Habt keine Angst vor Fehlern. Habt keine Angst vor Veränderungen. Habt nur Angst davor, eure Ideen niemals auszuprobieren. Denn jede große Bewegung beginnt mit einem Menschen, der den ersten Schritt wagt. Wenn die Freddy Fischer Stiftung dabei helfen kann, Türen zu öffnen, Menschen miteinander zu verbinden und junge Zukunftsbauerinnen und Zukunftsbauer zu begleiten, dann erfüllt sie genau den Zweck, für den sie gegründet wurde. Nicht, um selbst im Mittelpunkt zu stehen. Sondern damit andere ihren Platz finden.
Ich glaube nicht daran, dass wenige Menschen die Welt verändern. Ich glaube daran, dass Millionen Menschen den Mut finden können, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Unsere Aufgabe ist es, diesen Mut zu wecken. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis meines eigenen Lebensweges: Die schönsten Spuren hinterlassen wir nicht in Gebäuden. Nicht in Unternehmen. Nicht in Projekten. Sondern in Menschen, die durch Vertrauen den Mut gefunden haben, ihren eigenen Weg zu gehen.
Schreibt diese Geschichte weiter
Wenn dieser Brief einen Wunsch hat, dann diesen: Schreibt ihn weiter. Mit euren Ideen. Mit eurem Mut. Mit eurem Herzen. Denn jede Generation schreibt ihr eigenes Kapitel. Ich wünsche mir, dass eure Generation ein Kapitel voller Zuversicht, Menschlichkeit und Verantwortung schreibt.
Denn Zukunft entsteht nicht von allein. Zukunft entsteht durch Menschen. Durch Menschen, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen. Die an andere glauben. Die Chancen teilen. Und die niemals aufhören, Hoffnung zu schenken. Ich wünsche mir, dass auch ihr solche Menschen seid. Denn ich habe auf meinem Lebensweg gelernt: Die Welt verändert sich nicht zuerst durch große Ideen. Sie verändert sich durch Menschen, die den Mut haben, diese Ideen gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen.
Zukunft kommt von Zuversicht.
Mit einem Herzlichen Glück auf 💚🍀


